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Verschiedene Arten der Mondfotografie.

Die Mondfotografie ist eine Unterform der Astrofotografie, die den Nachthimmel und Himmelskörper abbildet. Wie du feststellen wirst, ist es gar nicht so einfach, Fotos vom Mond am nächtlichen Himmel aufzunehmen.

Es gibt verschiedene Arten von Mondfotos. Du kannst beispielsweise den Vollmond, die Mondsichel oder den Mond als Teil einer nächtlichen Landschaft fotografieren. Die Qualität deiner Bilder hängt davon ab, wie, wann und wo du deine Aufnahmen machst.

Die benötigte Ausrüstung variiert je nach Situation. Der begeisterte Astrofotograf Rami Ammoun arbeitet mit einem Teleskop und Kameragestellen, während seinem Kollegen Adam Ruggieri die Kamera genügt. Dem künstlerischen Ausdruck sind bei der Mondfotografie nahezu keine Grenzen gesetzt.

Fotos bei Vollmond.

„Vollmond“ bedeutet, dass die der Erde zugewandte Seite des Mondes vollständig von der Sonne beleuchtet wird. Bei Mondaufgang kann eine „blaue Stunde“ entstehen, in der das Mondlicht bereits die Umgebung beleuchtet. Bei diesen speziellen Lichtverhältnissen entstehen wahrhaft atemberaubende Landschaftsaufnahmen.

Adam arbeitet in diesem Kontext. „Ich fotografiere überwiegend mit einem Teleobjektiv und achte darauf, dass auch Landschaftselemente, Berge oder Bäume zu sehen sind, die einen gewissen Maßstab vermitteln und den Mond möglichst groß wirken lassen.“

Fotos vom Supermond.

Wenn der Vollmond größer und heller wirkt als gewöhnlich, spricht man vom „Supermond“. Dieses Phänomen tritt auf, wenn sich der Vollmond im oder nahe beim erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn um die Erde befindet. Die riesige Mondscheibe ist ein spannendes Motiv für Fotografinnen und Fotografen.

Three images of a supermoon captured at different times of the day

Bilder von Adam Ruggieri

Fotos der Mondsichel.

Der Mond macht sich zusammen mit der Milchstraße immer gut als Fotomotiv. Hier ein paar Ideen, die du ausprobieren kannst:

  • Zunehmender Mond.
    Nach Neumond ist die Mondsichel zunächst sehr schmal und wird dann wieder voller.
  • Erntemond.
    Nahe der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche geht der Mond früher auf als gewöhnlich.
  • Dreiviertelmond.
    Bezeichnet die Phase zwischen Halb- und Vollmond bzw. umgekehrt.
  • Blutmond. Bei einer totalen Mondfinsternis sieht der verdunkelte Mond braun-rötlich aus.
Neben den hier genannten gibt es noch viele weitere Gelegenheiten für spannende Fotos, da der Mond durch die wechselnden Phasen jede Nacht ein wenig anders aussieht.

An image showing the different phases and crescents of the moon

Bild von Rami Ammoun

Tipps für die Mondfotografie.

Für perfekte Mondfotos gibt es einiges zu beachten. Hier sind die wichtigsten Grundlagen.

Sorgfältige Planung.

Mondfotos erfordern etwas mehr Planung als viele andere Arten der Fotografie. Informiere dich vorab, in welcher Phase sich der Mond am Termin des Shootings befindet, wann Mondaufgang ist und wo genau der Mond am Himmel steht. Vergewissere dich auch, dass die jeweilige Gegend für Nachtfotos geeignet ist. In der Nähe von Städten musst du mit störender Lichtverschmutzung rechnen.

Manueller Modus und der richtige Fokus.

Da du höchstwahrscheinlich mit Langzeitbelichtung arbeiten wirst, solltest du unbedingt ein Stativ mitnehmen. Mache dich vorab mit den Kameraeinstellungen und deiner Ausrüstung vertraut. Längere Verschlusszeiten, eine kleine Blende und das richtige Objektiv sind für optimale Fotos wichtig.

Da dein Motiv weit entfernt ist, kommt es auf den Fokus an. Deaktiviere den Autofokus, und nimm probehalber mehrere Bilder mit unterschiedlichen Brennweiten auf.

Vorsicht beim ISO-Wert.

Die ISO-Einstellung beeinflusst die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Bei höherem ISO-Wert kannst du mehr Aufnahmen schnell hintereinander machen. Die Fotos werden allerdings auch körniger. Bei der Mondfotografie ist ISO 100 üblich. Profis empfehlen, ISO 1000 nicht zu überschreiten, damit das Bild schön klar bleibt.

Die Schönheit der unterschiedlichen Mondphasen.

Beschränke dich nicht auf Fotos bei Vollmond. Auch in anderen Mondphasen ergibt das Zusammenspiel aus Licht, Schatten und Hintergrund spannende Bilder. Ein interessanter Effekt entsteht beispielsweise dort, wo der unbeleuchtete Teil der Mondscheibe die Sterne dahinter verdeckt. Experimentiere mit unterschiedlichen Verschlusszeiten und Brennweiten, die den Mond in den Vordergrund rücken oder aber die Sterne heller wirken lassen.

A beautiful image of a bright crescent moon

Bilder von Rami Ammoun

AerialUsing the moon to create natural visual effects

Ausrüstung, Tools und Methoden.

Bei der Ausrüstung kommt es darauf an, wie sehr du in die Astrofotografie eintauchen möchtest.

Die passende Kamera.

„Ein iPhone reicht für gute Mondfotos nicht aus. Eine DSLR-Kamera ist die weitaus bessere Wahl. Canon, Nikon und Sony haben alle gute Produkte im Angebot.“ Unter Umständen lohnt es sich auch, eine spiegellose Kamera in Betracht zu ziehen.

Das richtige Objektiv.

Ein Teleobjektiv ist in jedem Fall eine gute Investition. Wenn du nur Nahaufnahmen des Mondes planst, empfiehlt sich ein 200- oder 300-mm-Objektiv. Bei einer größeren Brennweite, beispielsweise 400 mm, sind detailliertere Fotos möglich.

Unverzichtbar: ein Stativ.

Neben Kamera und Objektiv brauchst du unbedingt ein stabiles Stativ. Bei der Mondfotografie arbeitest du mit kurzen Verschlusszeiten und längerer Belichtungsdauer oder alternativ mit langen Verschlusszeiten. Im ersten Fall empfiehlt sich eine Blende von f/1,4 bis f/2,8, im zweiten ein Blende von etwa f/8 bis f/10. Unter diesen Bedingungen ist ein Stativ für wackelfreie Bilder unverzichtbar.

Optionales zusätzliches Equipment.

Über die Grundausrüstung hinaus kommen beispielsweise Teleskope oder Telekonverter infrage. Diese sind jedoch für den Anfang nicht erforderlich. „Da sich inzwischen vieles bei der Nachbearbeitung korrigieren lässt, musst du nicht gleich das teuerste Equipment anschaffen. Auch günstigere Teleskope und Teleobjektive liefern gute Ergebnisse“, weiß Rami.

Crescent moon high above a stack of cumulus clouds

Bild von Rami Ammoun

Nachbearbeitung für das perfekte Mondfoto.

Oft wird ein gutes Astro- oder Mondfoto erst durch geschickte Nachbearbeitung perfekt. In Adobe Photoshop und Lightroom findest du hilfreiche Tools dafür.

Rauschreduzierung.

Für Nachtfotos musst du oft einen hohen ISO-Wert einstellen, der Bildrauschen verursacht. Dem kannst du mit der Rauschreduzierung in Photoshop begegnen, die mit der Zeit immer weiter verbessert wird. Mit dem Filter Selektiver Scharfzeichner gelingt dir die Feinabstimmung für ein scharfes Foto fast ohne Bildrauschen.

Using the Smart Sharpen tool to edit a photo of the moon

Bild von Rami Ammoun

Stacking und atmosphärische Turbulenzen.

Atmosphärische Turbulenzen können deine Fotos vom Mond unscharf wirken lassen, obwohl durch die Kamera alles gut aussah. Dieses Problem lässt sich mit Compositing-Werkzeugen von Photoshop beheben. Du kannst mithilfe von Ebenen und Stacking mehrere Bilder zusammenfügen und dann die Schärfe erhöhen, Rauschen mindern und die Farben optimieren. Dies wird auch als „Bracketing“ bezeichnet.


Eine andere Verwendungsmöglichkeit für Stacking ist das Generieren von Halo-Effekten. Du kannst damit die Transparenz der unmittelbaren Mondumgebung ändern. So entsteht ein Lichtkranz um den Mond herum.


Zur Mond- und Astrofotografie gibt es zahlreiche Tutorials und Leitfäden. Mache dich mit der Drittel-Regel für die Bildkomposition vertraut, und lasse dich von den Bildern anderer Fans der Mondfotografie inspirieren.


Mitwirkende.

Rami Ammoun, Adam Ruggieri