Um ein Foto aufzunehmen, setze die vorbereitete Platte (innerhalb des Plattenhalters) in die Kamera ein. Richte deine Szene ein bzw. organisiere deine Models, und setze die Platte einer Lichtquelle aus. Dieser Prozess kann sich je nach Kamera unterscheiden. Bei älteren Ferrotypiekameras richtest du deine Szene oder dein Motiv ein, schaust durch die Kamera und stellst vor dem Einsetzen der Platte den Fokus ein.
„Vielleicht benutzt du eine Kamera oder ein altes Objektiv ohne Verschluss. Diese alten Messingobjektive haben keine Verschlüsse. Deshalb verwenden Fotografinnen und Fotografen manchmal Objektivdeckel oder -abdeckungen, um die Lichtquelle zu verdecken, wenn die Belichtung abgeschlossen ist“, so Froula-Weber. „Ich verwende alte Messingobjektive. Ich entferne also einfach den Schieber an der Rückseite, damit Licht zur Platte durchkommen kann. Dann öffne ich den Objektivdeckel, um die Ferrotypie zu belichten.“
Ferrotypien weisen in der Regel einen niedrigen ISO‑Wert, also eine geringe Lichtempfindlichkeit auf. Mit einem ISO von 1 oder 2 brauchst du eine längere Belichtungszeit, um erfolgreich Bilder aufzunehmen. Eine Belichtung von 8 bis 20 Sekunden ist ein guter Ausgangspunkt. Da es schwierig sein kann, die richtige Belichtungszeit zu finden, sieht man laut Froula-Weber viele Fotografierende, die vor der eigentlichen Aufnahme eine Testplatte bearbeiten.
Achte bei der Belichtung auf die Lichtverhältnisse der Umgebung. Natürliches Licht, wie ein offenes Fenster oder bewölktes Wetter, können dir dabei helfen, eine gleichmäßige Belichtung zu erreichen. Wenn dein Objektiv eine Blenden-Einstellung bietet, passe sie an, bevor du mit deinem Foto beginnst. Wenn du eine größere Blende verwendest, dringt mehr Licht ein, wodurch du kürzere Belichtungszeiten erreichst. Eine größere Blende sorgt außerdem für eine niedrigere Tiefenschärfe.