FOTOGRAFIE
Beeindrucke dein Publikum mit Bildern im Sepiastil.
Tauche in die Geschichte der Sepiafotografie ein und lerne, wie auch du diesen warmen, verträumten Effekt mit deinen eigenen Digitalfotos erzeugen kannst.
FOTOGRAFIE
Tauche in die Geschichte der Sepiafotografie ein und lerne, wie auch du diesen warmen, verträumten Effekt mit deinen eigenen Digitalfotos erzeugen kannst.
Von historischen Fotos in einem Antiquitätengeschäft bis hin zu Kunstdrucken in einem Museum – Sepiafotografie ist auf den ersten Blick zu erkennen. „Sepiafotografie ähnelt der Schwarz-Weiß-Fotografie, da sie monochrom – also einfarbig – ist. Bei Sepia handelt es sich jedoch um einen eher braunen oder hellbraunen Farbton“, erklärt Fotografin Ellen Fisch.
In einem klassischen Schwarz-Weiß-Foto werden Lichter und Tiefen anhand von Graustufen erzeugt. Der Sepia-Look hingegen basiert auf rötlich-braunen Farbtönen. „Sepiatöne lassen Licht weicher wirken“, erklärt Fisch. Bilder erhalten dadurch ein verträumtes, nostalgisches Flair.
Die Sepiatönung ist eine Methode, die ihren Ursprung in der analogen Fotografie hat und bei der Filmentwicklung in der Dunkelkammer angewendet wird. Aus technischer Sicht ist die Sepiatönung ein chemischer Prozess, bei dem das metallische Silber in der Emulsion eines fotografischen Abzugs in eine Silbersulfid-Verbindung umgewandelt wird. Dadurch verändert sich die Farbe des Bildes, das Foto wird widerstandsfähiger gegenüber Umweltschadstoffen und somit langlebiger.
Die Sepiatönung diente ursprünglich dazu, Fotos langlebiger zu machen. Viele historische Fotos, die bis heute erhalten geblieben sind, wurden mit der Sepiatechnik bearbeitet. Inzwischen wird Sepia automatisch mit alten Bildern assoziiert. Wenn du ein modernes digitales Bild alt aussehen lassen willst, ist der Sepiaeffekt also das perfekte Stilmittel. Künstler und Künstlerinnen können mit dieser Technik Erinnerungen hervorrufen oder ein nostalgisches Gefühl wecken.
Sepiatöne sind warm und freundlich und lassen Kanten im Foto weich wirken. Ein Sepiaeffekt kann sogar Architekturfotos mit harten Linien und dunklen Schatten in ein wärmeres Bild verwandeln.
„Ich finde, Sepia eignet sich besonders gut für Landschaftsfotos. Auch wenn ein Bild schöne Farben hat, kann der nostalgische Sepia-Look für ein ganz neues Flair sorgen. Ein Sepiabild hat mehr Klasse als ein Farbfoto“, meint Ballos. Vom Porträt bis zur Naturfotografie: Mit Sepiafotografie können Motive in ein besonderes Licht gerückt werden.
Mit einem Fotobearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop brauchst du keine Dunkelkammer, um einen warmen, freundlichen Sepiaeffekt zu erzeugen. Tatsächlich ist es erstaunlich einfach, einen Sepiafilter auf ein beliebiges Foto anzuwenden – auch auf Farbfotos. Klicke auf „Bild > Korrekturen > Fotofilter“, und wähle die Option „Sepia“. Anhand der Regler kannst du die Einstellungsebene anpassen und festlegen, wie intensiv der Sepiaeffekt sein soll.
Um den Vintagelook noch authentischer wirken zu lassen, wandle das Farbfoto in Schwarz-Weiß um, bevor du den Sepiaeffekt hinzufügst. Um ein Foto in ein Schwarz-Weiß-Bild umzuwandeln, klicke auf „Bild > Korrekturen > Schwarzweiß“. Passe dann die Lichter, Tiefen und Farbtöne an. Wende zum Schluss den Sepiaeffekt an, um dem Bild ein weiches, warmes Gefühl zu verleihen.
Wie jedes monochrome Bild lebt ein Sepiafoto vom starken Kontrast zwischen Lichtern und Schatten. „Aus einem schlecht beleuchteten Foto kann niemals ein gutes Bild werden. In der Fotografie geht es darum, eine Story mit Licht zu schreiben oder zu malen. Ich sage immer: Am besten experimentiert zu verschiedenen Tageszeiten mit Licht“, so Ballos. Probiere verschiedene Beleuchtungen wie Tageslicht, Porträtbeleuchtung und Studiolicht aus, um herauszufinden, wie du den besten Sepiaeffekt erzielst.
„Während Licht das wichtigste künstlerische Stilmittel ist, weil es Linien, Formen und die Zusammensetzung von Bildern definiert, ist das, was man weglässt, fast genauso wichtig“, erklärt Fisch. Die Komposition spielt eine wesentliche Rolle bei der Erstellung von Sepiabildern. Ohne die vollständige Bandbreite an Farben ist es besonders wichtig, dass Linien, Formen und Anordnung der Elemente stimmen. Entdecke verschiedene Kompositionsstile wie die Drittel-Regel und das Beachten von Führungslinien, um herauszufinden, wie du deine kreative Vision am besten umsetzt.
Bild von Gregory Ballos
Sepiatöne verleihen Bildern automatisch einen weichen, surrealen Touch. Du kannst diesen Effekt durch geringe Tiefenschärfe verstärken oder durch hohe Tiefenschärfe einen Kontrast zur weichen Sepiavignette erzeugen. Denke daran, dass deine Kameraeinstellungen einen großen Unterschied bewirken können. Wähle deine Einstellungen sorgfältig aus, aber experimentiere auch, um herauszufinden, wie du deine kreative Vision am besten umsetzen kannst.
„Ich bin froh, dass ich nie aufgehört habe, dazuzulernen. Meiner Meinung nach kann man nur dann besser werden, wenn man auch Fehler macht“, so Fisch. Wenn du dazu lernst und deine Skills weiter entwickelst, werden deine Fotos im Lauf der Zeit immer besser. Sammle Erfahrung, indem du verschiedene Tutorials für Bildbearbeitung entdeckst, dich mit außergewöhnlichen Motiven befasst oder klassische Fotos nachstellst.
Das Fotografieren ist nicht immer einfach. „Es gibt nicht immer die große Liebe zwischen mir und der Fotografie. Fotografieren ist für mich eher ein Mittel zu zeigen, wer ich bin. Es geht darum, die Persönlichkeit auszudrücken, so zu sein, wie man ist, und nicht aufzugeben“, so Fisch. Mit Fotografie kannst du deinen Ideen eine Stimme verleihen. Die Sepiatönung ist eines von vielen Stilmitteln, die dir helfen, deiner Leidenschaft nachzugehen und deine Vision umzusetzen.
Ellen Fisch, Gregory Ballos